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Bericht aus den EXPRESS Köln – Die Sparliste von Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) – eine Liste der Grausamkeiten. Unter der besonders die sozial Schwachen leiden werden. Einschulungshilfe für i-Dötzchen auf Eis gelegt, Zuschüsse für Kultur- und Sozialeinrichtungen gekürzt, Bücherbus gestrichen. Für Vorzeigeprojekte wie das Opernquartier will die Stadt aber 295 Millionen Euro ausgeben. Ist das gerecht?
Das Görlinger Zentrum in Bocklemünd. Sozialer Brennpunkt, hohe Arbeitslosigkeit, viele Hartz-IV-Empfänger. Und mittendrin das Bürgerschaftshaus, wo Geschäftsführerin Monika Schultes mit ihren Leuten versucht, zu retten, was zu retten ist. Sie haben 40 Stunden in der Woche die Türen für Kinder und Jugendliche geöffnet, machen HipHop-Tanzkurse, Bastelstunden, Hausaufgabenhilfe und vieles mehr. 12,5 Prozent der städtischen Zuschüsse sollen ihr gekürzt werden. „Unsere Arbeit ist in großer Gefahr“, sagt sie „Wir bekommen rund 331.000 Euro jährlich, wovon wir alles bezahlen müssen: Strom, Personal, Sachkosten. Mehr als 40.000 Euro sollen wegfallen. Wir müssen einen Mitarbeiter entlassen, können für die Kids noch maximal 30 Stunden in der Woche da sein und nicht mehr alle Angebote beibehalten.“ Das habe schlimme Folgen „Jugendliche auf der Straße, Randale, Vandalismus und alte Menschen, die sich nicht mehr sicher fühlen.“ Durch das Engagement des Bürgerzentrums und der GAG konnten die Vandalismusschäden von jährlich 120.000 Euro auf Null gebracht werden. „Wir haben hier durch unsere Arbeit seit einem Jahr Ruhe. Das wird aber nicht so bleiben“, ist Schultes sicher. Auch in anderen sozialen Brennpunkten steht die Arbeit vor allem für Kinder und Jugendliche auf der Kippe. 25 Millionen Euro für das neue Eis- und Schwimmstadion Lentstraße, aber die Beitragserlassung fürs dritte Kita-Jahr gestrichen. Das bringt Mütter wie Dagmar Thiemen (37) auf die Palme: „Eine Frechheit, dass die Beitragsfreiheit für das dritte Kita-Jahr gestrichen wird. Da wird uns gleich das Elterngeld wieder genommen!“ Der kleine Torben Osinki (5) ist von der Streichung betroffen. Seine Mutter ärgert sich: „Die Stadt sollte die Betreuungsangebote ausbauen, statt an ihnen zu sparen!“ Findet auch Barbara Schäfer (36): „Klar, die Stadt weiß nicht, woher sie das Geld nehmen soll. Aber wenn es immer weniger Betreuer für mehr Kinder gibt, ist das sehr ungerecht.“ Nicht nur das. Die Sparliste, die eine Task-Force für die Stadtverwaltung zusammenstellte, sei auch wenig seriös, sagt Dr. Andreas Blühm, der Direktor des Wallraf-Richartz-Museums. „Da hat sich die Verwaltung reich gerechnet!“ Die vorgeschlagene Erhöhung der Eintrittspreise von 5,80 € auf 7€ soll allein in diesem Jahr noch 161.900 Euro mehr bringen. „Das ist rein rechnerisch gar nicht möglich“, so Blühm: „Denn diese Rechnung basiert darauf, dass die Erhöhung schon ab August gilt.“ Aber der Rat entscheidet erst im Oktober, ob sie überhaupt kommt. Nicht das einzige, was Blühm ärgert: „Die Erhöhung des Eintritts kommt nicht mal dem Museum zugute, damit werden Löcher im Haushalt gestopft!“ Trotzdem soll dem Museum der der Betriebskostenzuschuss gekürzt werden. Blühm: „Wir können ja aufhören, zu heizen. Dann können wir die mittelalterlichen Holztafeln gleich zum Schutt aus dem Historischen Archiv werfen!“
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